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16. Dezember 2020

Schweizer Winzerschnäpse


Da uns Schweizer Schnäpse schon immer am Herzen lagen, hatten wir vor einigen Jahren die Idee, befreundete Winzerinnen und Winzer um ihren Trester anzufragen, um diesen bei «Humbel» im Aargau zu brennen. Es ergab dies eine schöne Reihe sortenreiner Brände von fünf verschiedenen Traubensorten. Nun kommt, mit viel Verspätung, der zweite Teil dieser Geschichte in die Flasche – ein gemeinsamer Brand dieser fünf Trester. Zweigelt und Merlot aus Zürich (Nik Zeljkovic), Pinot Noir aus dem Aargau (Tom Litwan), Cabernet Jura aus dem Graubünden (Jörg Obrecht) und Marselan aus dem Tessin (Pauline & Caroline Kruseman). In Zeiten in denen unser schöner Föderalismus arg auf die Probe gestellt wird, tut so eine «Assemblage Cantonale» doch auch mal gut.

In den letzten Jahrzehnten haben sich sehr viele Schweizer Winzerinnen und Winzer mit ihren Weinen einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Zeiten sind definitiv vorbei als «flying winemakers» in der ganzen Welt herumjagten, um auch aus der zweifelhaftesten Lage noch eine Bombe von Wein zu zaubern. Manch ein Pinot Noir, Räuschling, Chasselas oder Merlot aus der Schweiz bekommt, dank hochstehender Qualität, seit einiger Zeit wieder den Respekt den er verdient.

Einige dieser jungen Winzerinnen und alteingesessenen Weinbauern machen auch selber Schnaps oder lassen solchen brennen. Denn wer Wein hat, hat auch Trester – und dieser ist bei einer schonenden Arbeit in Berg und Keller viel zu schade, um ihn einfach auf den Kompost zu werfen.

In unserem Sortiment ist unser eigene Marc also längst nicht das einzig Hochprozentige aus Schweizer Rebbergen.

Seit längerem bieten wir die Schnäpse von Stefan Herter aus Winterthur an. Er arbeitet im Rebberg sehr naturnah und bleibt im Keller stets neugierig und innovativ. Das ergibt ehrliche, konsequente Weine und dementsprechend auch Schnäpse. Sie entstehen aus Chardonnay, Pinot Noir und Riesling -Trester. Da auf seinem Land auch ein paar Fruchtbäume stehen, kommen auch noch selbstgebrannte Quitte und Birne dazu.

Etwas klassischer wird im altehrwürdigen Schlossgut Bachtobel im Thurgau gearbeitet. Ihre Pinot Noir Weine gehören zur nationalen Spitzenklasse. Gebrannt wird seit 200 Jahren mit den gleichen Gerätschaften und der Marc wird dann auch für gleich 15 Jahre in kleinen Eichenfässern und Glasballons gelagert. Hier verschmelzen Tradition und Moderne zu einem perfekten Marc Vieux.

Das Klettgau war lange Zeit nicht gerade die Region welche für ihre erstklassigen Weine bekannt war. Markus Ruch war das egal und er bewirtschaftet da seit 2007 seine eigenen Reben – biodynamisch und sehr naturnah. Dass er vor über zehn Jahren auch mal einen Weinbrand hat brennen lassen, wusste ich bis vor kurzem auch nicht. Wir konnten nun aber viele Flaschen davon einkaufen. Dies ist also eine Art «Schweizer Cognac» - elf Jahre gelagert und erst jetzt abgefüllt. Wunderbar und einzigartig.

Dazu kommen Brände vom Zürichsee und klassischer Grappa aus dem Tessin.

Damit auch die Zukunft interessant bleibt, haben wir in den letzten zwei Jahren wieder den Trester von Tom Litwan brennen lassen. Das steht aber alles noch unabgefüllt in unserem Lager und wird von der Zeit geschliffen. Für Nachschub an gutem Schweizer Marc ist also gesorgt.


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